Getragen vom Grundgedanken, physikalische Zusammenhänge für junge Menschen erlebbar und besser begreifbar zu machen und vor allem die Attraktivität des Faches „Physik“ zu verbessern, entstand im letzten Jahrzehnt an unserem Schulstandort das Fach „Physiklabor“
Wir blicken bereits auf 8 erfolgreiche Jahre zurück!
Im Juni 2005 haben die ersten Maturantinnen einer Physiklabor-Klasse ihre Ausbildung abgeschlossen Ab diesem Zeitpunkt wurde auch das Fach Physik wieder verstärkt als mündliche Maturaprüfung gewählt. Rückmeldungen von SchülerInnen zeigten immer wieder, dass es gelang, hohes emotionales aber auch wertbezogenes Interesse von Mädchen und Burschen anzusprechen.
Wie läuft Physik mit integriertem Labor ab?
Vorbereitungsphase: Die SchülerInnen sollen im Fach Physik fachliche Kompetenz und eine optimale Vorbereitung für das Berufsleben und für naturwissenschaftlich-technische Studien erfahren. Neigungen, Fähigkeiten und Interessen der Schüler werden in hohem Maße berücksichtigt. Dabei soll dem Computereinsatz, modernen Präsentationstechniken und auch dem eigenständigen Wissenserwerb erhöhte Priorität zukommen. Wir Lehrer überdenken in Teamsitzungen das breite Spektrum der einzusetzenden Unterrichtsmittel und –methoden und bemühen uns um größtmögliche Flexibilität.
Experimentierphase: Nach erfolgter Vorbereitungsphase bauen die SchülerInnen nach schriftlichen Anleitungen Experimente auf und ermitteln qualitative/quantitative Ergebnisse. Im Zentrum steht die praktische Aktivität des Schülers und das kritische Auseinandersetzen mit messtechnischen Resultaten. Wichtig soll auch das sorgfältige Dokumentieren der praktischen Arbeit und die mündliche Reflexion darüber sein.
In welchen Klassen findet Laborunterricht statt?
In den 4. Klassen , wenn ein korrekter, sicherer Umgang mit den Geräten und gute Teamfähigkeit gewährleistet sind.
In den 6.-8.Klassen bei passenden Lehrplaninhalten. In den 6.Klassen erfolgt dabei eine Teilung der Schülerzahl für die praktische Labortätigkeit.
Wie wird gearbeitet?
Je nach Klassengröße/Teilung der Klasse und Art der Aufgabenstellung wird die praktische Arbeit in Kleingruppen zu 2 bis max. 4 Personen durchgeführt. Es wird dabei auf konstruktiven, rücksichtsvollen Umgang mit den anderen Teilnehmern der Arbeitsgruppe geachtet, der eine entscheidende Voraussetzung für das gute Gelingen der physikalischen Arbeitsschritte ist.
Wie lange wird praktisch gearbeitet, was macht jemand, der schon früher fertig ist?
Durchführung und schriftliche Dokumentation eines Laborexperiments benötigt
max. 1 Schulstunde. Gefragt ist daher Zeiteinteilung und Selbstmanagement.
Sehr flinke und auch begabte SchülerInnen bekommen Knobelaufgaben, deren Bearbeitung mit Bonuspunkten in die Mitarbeitsnote einfließt.
Gibt es Stunden ohne Labor?
Besonders im Rahmen der „modernen Physik“- Astronomie und Astrophysik, Quantenmechanik, Relativitätstheorie- gelingt es in computerunterstützten Referaten das Engagement der Schülerinnen und Schüler beträchtlich zu steigern (Beispiel: Referat Exoplaneten). Bewährt hat sich auch das „Computerlabor“. Hier wird ein Thema in der Kleingruppe erarbeitet und ein Portfolio bzw. eine Bastelarbeit gestaltet.
Finden Exkursionen im Rahmen des Unterrichts statt?
Die SchülerInnen der 6. Klassen besuchen immer wieder zum Thema „ Mechanik der Drehbewegung“ abgestimmt auf ihre Labortätigkeiten die Billardschule. Neben dem größten Waldbiomassekraftwerk Europas in Simmering werden auch regelmäßig Lehrausgänge zu diversen Instituten der Universität Wien
(z.B. Tieftemperaturphysik, Quantenlabor) bzw. an die Technische Universität Wien (z.B. Rastertunnelmikroskop) durchgeführt.
Renate Eichberger