Bildungszentrum Kenyongasse
Schwestern vom göttlichen Erlöser

Leben mit Chemie

Was wird geboten?

Während im regulären Unterricht vor allem Wert gelegt wird auf eine an der Fachsystematik orientierte Darstellung des Stoffes, können im WPF Schwerpunkte unter Berücksichtigung von Vorstellungen der SchülerInnen gesetzt werden.

Außerdem kann der praktische Durchführung von Versuchen mehr Zeit gewidmet werden, was vielen besondere Freude bereitet.

 

Themen

Der Auswahl der Schwerpunkte sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Sie reicht von modernen Analyseverfahren (Umweltanalytik) über Lebens- und Genussmittel zu Kosmetikprodukten, Farbstoffen, Textilfasern, usw.

Besonders gewünscht wird eine Vorbereitung auf die ersten Prüfungen im Medizinstudium, welche auch chemisches Rechnen und spezielle Analysenmethoden verlangen. Auch das Interesse an pharmazeutischen Produkten wie Psychopharmaka, Analgetica, Antibiotika, usw. wird immer größer.

 

Wer sollte Chemie wählen?

Einerseits sollte man dieses Fach wählen, wenn man Spaß an der selbständigen Durchführung von Experimenten hat, Interesse für theoretische Erklärungen mitbringt und wenn man seine Allgemeinbildung im naturwissenschaftlichen Bereich vertiefen möchte.

Außerdem sollte jeder, dessen Berufswunsch später in irgendeiner Weise die Chemie berührt, dieses Angebot sich nicht entgehen lassen. Denn mehr chemisches Fachwissen zu besitzen und verschiedene chemische Arbeitsmethoden zu kennen, kann immer nur von Vorteil sein.

Zu denken ist auch besonders an Laborberufe im Bereich der Lebensmittelindustrie, Pharmazie, Medizin oder Kosmetik, aber auch an die relativ neuen Berufe: Umwelttechniker, Abfallberater,... Ein Grundwissen über Werkstoffe wie Holz, Metall oder Kunststoff kann in den verschiedensten Betrieben wichtig sein. In welchem Bereich spielt denn Chemie heute keine Rolle?

 

Beispiel: Bericht von Stephanie Sailer über das WPF Chemie

Was essen wir eigentlich? Mit dieser Frage haben wir uns dieses Jahr im Chemiewahlpflichtfach beschäftigt.

Am Anfang des Schuljahres haben wir uns mit Getränken, ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkung beschäftigt. Dazu haben wir Präsentationen zum Thema Milch, Kaffee, Energydrinks, Sportgetränke, Tee, Säfte und Light-Getränke gemacht. Unsere Gruppe hat auch Experimente zur Zuckerbestimmung in Lebensmitteln gemacht, dazu haben wir ein Handrefraktometer verwendet. Wir haben generell untersucht wie viel Zucker in Lebensmitteln enthalten sind und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Wir haben auch Taurin in Energiegetränken nachgewiesen. Dazu benötigt man einen Heizpilz und einen Kühler. Man gießt dies mit 2-Propanol auf. Dann schüttet man die Mischung in den Rundkolben und fügt 50 mg Ninhydrin sowie einige Siedesteinchen hinzu. Weiters setzt man den Rückflusskühler auf den Rundkolben. Nachdem die Lösung 10 Minuten gesiedet hat, gibt man 5 ml demineralisiertes Wasser dazu und nach erneutem Sieden noch etwa 1,5 ml Natronlauge. Danach sollte sich die Lösung orange färben. Generell ist mit Energydrinks Vorsicht geboten, denn je mehr Taurin man zu sich nimmt desto weniger produziert der Körper selber und dadurch braucht man immer mehr Energydrinks.

Ein weiteres großes Fachgebiet, mit dem wir uns beschäftigt haben, ist Chromatographie. Es gibt zum Beispiel Papier-, Dünnschicht- und Säulenchromatographie. Mit Hilfe der Dünnschichtchromatographie, DC abgekürzt, haben wir künstliche Farbstoffe in Smarties nachgewiesen.

Zum Thema Chromatographie hat unsere Wahlpflichtfachgruppe einen Ausflug an die TU Wien gemacht, um dort eine Säulenchromatographie und den Medikamentenwirkstoff Paracetamol herzustellen. Die Laboratmosphäre und die professionellen Mittel waren eine neue Erfahrung für uns.

Nach Weihnachten haben wir uns den Themenschwerpunkt Lebensmittelzusatzstoffe und ihre Wirkung gesetzt.

Unser erstes, großes Thema waren Konservierungsstoffe. Es gibt verschieden Arten Lebensmittel haltbar zu machen zum Beispiel Räuchern, Salzen, Säuren oder Pökeln. Gepökelt werden hauptsächlich Fleisch- und Wurstwaren. Pökelsalz kann allerdings krebserregende Nitrosamine bilden und sollte daher nur in geringen Mengen konsumiert werden. Es gibt aber auch andere Nitrosaminquellen zum Beispiel Tabak. In Lebensmitteln werden auch Säureregulatoren verwendet, die die Wirkung einer zugesetzten Säure beziehungsweise Base abschwächen, das bedeutet zugesetzte Ascorbinsäure schmeckt nach der Zugabe von Säureregulatoren nicht mehr so sauer.

Aber auch Emulgatoren zum Beispiel Sojalecithin werden unseren Lebensmitteln zugesetzt. Sie bewirken, dass sich fette und wässrige Bestandteile zum Beispiel in einer Creme verbinden. Das Endprodukt nennt man Emulsion, dabei unterscheidet man zwischen Wasser-in-Öl und Öl-in-Wasser Emulsion.

Fette, sind sie wirklich nur schlecht? Dieser Frage sind wir dieses Jahr im Wahlpflichtfach Chemie auch nachgegangen.

Transfette sind die gefährlichsten Fette und sollten möglichst gemieden werden. Sie sind vor allem in Backwaren und Sprühschlagobers enthalten.

Am Schluss des 2.Semesters haben wir uns mit Brainfood, freien Radikalen, Toxikologie von Lebensmitteln und Nanopartikeln beschäftigt.

Nanopartikel sind mittlerweile in vielen Lebensmitteln enthalten und haben verschiedene Wirkungen allerdings sind sie bei zu hoher Dosierung schädlich.

Durch das Wahlpflichtfach Chemie habe ich mehr Hintergrundwissen zu Fachbegriffen, die mir im täglichen Leben oft begegnen, erhalten. Nun weiß ich, was ich esse und worauf ich achten sollte.

Organisationsform: einjährig / zweistündig