Bildungszentrum Kenyongasse
Schwestern vom göttlichen Erlöser

Psychologie und Sozialberufe

Im Rahmen des Psychologieunterrichtes möchte ich einen sozialen Schwerpunkt setzen und Theorie mit Praxis verbinden!

Sozialkompetenz bekommt immer mehr Bedeutung - Mitmenschlichkeit, Empathie, einfühlsames Zugehen auf den anderen führt zu einer wesentlichen Bereicherung des Lebens.

Deshalb möchte ich meinen Schülerinnen und Schülern im Wahlpflichtfach „Psychologie und Sozialberufe“ die Möglichkeit geben, ihr psychologisches Wissen zu vertiefen, verschiedene Sozialeinrichtungen in Theorie und Praxis kennenzulernen und auch Erfahrungen in Lebensbereichen zu sammeln, die (vielleicht) sonst nicht zu ihrem Alltag gehören.

Außerdem bieten die Praxisblöcke die Chance, in Sozialberufe „hineinzuschnuppern“

 

Theoretische Inhalte ( Auswahl)

Entwicklungspsychologie

  • Entwicklung des Kindes bzw. des alten Menschen Sozialpsychologie
  • das Kind / der kranke, alte Mensch in der Gesellschaft

Persönlichkeitspsychologie

  • Anforderungen an Menschen in Sozialberufen
  • Menschenbilder und ihre Auswirkung auf Sozialberufe

Betriebspsychologie

  • Besonderheiten sozialer Einrichtungen
  • Mitarbeitermotivation durch humane Arbeits-bedingungen

Schwerpunktsetzungen je nach Interesse der TeilnehmerInnen!

Praktikum

  • Pro Semester vier bis sechs Nachmittage
  • drei- bis vierstündig
  • Kindergarten, Hort, Krankenhaus, Altersheim, Behinderteneinrichtung

Anforderungen an die TeilnehmerInnen

Aktives Interesse und Einsatzbereitschaft bei allen Sozialeinrichtungen, zeitliche Flexibilität, positive Einstellung zum kleinen, alten, kranken Menschen

 

Semesterübersicht (Auswahl)

1. Semester "Leben in Kindergarten und Hort"

Theorie zur kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung im Kindesalter, Spiel und SpielentwicklungSprachentwicklung und Bilderbuch, Kinderzeichnung, Ausbildung zur Kleinkindpädagogin, usw.
Gastvorträge / Lehrausgänge
Praktikum in Kindergarten und Hort

2. Semester "Leben mit Behinderungen"

Theorie zu den verschiedenen Arten von Behinderung (körperlich, geistig, sozial) und ihren Ursachen, Integrationsmöglichkeiten, Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Ausbildung zur Sonderkindergärtnerin, usw.
Gastvorträge / Lehrausgänge
Praktikum bei behinderten Menschen

3. Semester "Leben im Krankenhaus"

Theorie zum Thema Gesund-Krank, Gesundheitsförderung, Menschenbild und Pflegeleitbild, Pflegeprozess, Pflegetheorien und -modelle, Krankenhausorganisation, Psychologie im Krankenhaus, Ausbildung zur DGKP (Diplom.Gesundheits-und Krankenpflegeperson), usw.
Gastvorträge / Lehrausgänge
Praktikum im Krankenhaus

4. Semester "Leben im Altersheim"

Theorie zur Entwicklungspsychologie des alten Menschen, altersspezifische Krankheiten und Veränderungen, der alte Mensch in der Gesellschaft, Einstellung zum Alter in verschiedenen Kulturen, Hilfsdienste und Organisationen, Berufsbild des Altenbetreuers, usw.
Gastvorträge / Lehrausgänge
Praktikum im Alters- und Pflegeheim

 

KINDERGARTEN UND HORT

„Sabine hat für mich Suppe und Pizza gemacht. Ich sagte zu ihr: ‚Hm, das schmeckt ja wirklich gut!‘ Sie hat sich so gefreut, dass sie immer wieder mit Besteck und Teller zu mir gekommen ist.“ Shunyi/ Kleinkindgruppe

„Es hat mir gefallen, mit den Kindern zu spielen und zu lachen ... Es war einfach super!“ Carina/ Kindergarten

„Ich muss zugeben, es war sehr schwierig und auch anstrengend, einem Kind etwas so verständlich wie möglich zu erklären.“ Gabi/ Hort

„Es ist wirklich interessant wie schwer für sie zu begreifen ist, dass z.B. 5 – 3 = 2 ist. Ich musste ihnen das oft an meinen und ihren Fingern zeigen.“ Reka/ Hort

„Ich freute mich, wenn ich den Kindern etwas beibringen konnte. Ich fand es schön, so viele Kinder um mich zu haben.“ Juliane/ Hort

EINRICHTUNGEN FÜR BEHINDERTE MENSCHEN

„Ich muss schon zugeben, dass ich ein etwas mulmiges Gefühl wegen des Praktikums hatte ... vor allem weil ich zuvor noch nie persönlich mit behinderten Menschen zu tun gehabt hatte.“ Carina/ Clara Fey Kinderheim

„Die anfängliche Mischung aus Angst, Unwohlsein und Nervosität verflog eigentlich schon nach der ersten Runde UNO.“ Bianca/ Clara Fey Kinderheim

„Ich bemerkte einen kleinen Buben in der Gruppe, der nicht sprechen konnte ...Plötzlich nahm er mich an der Hand und führte mich zu seinem Lieblingsspiel. ... Obwohl er nicht richtig sprechen konnte, fiel es mir nicht schwer, ihn zu verstehen und schnell waren wir mit dem Bauen fertig.“ Reka/ Clara Fey Kinderheim

„Zuerst fiel es mir nicht leicht, „normal“ mit dem Mädchen zu reden, weil ich einfach die ganze Zeit im Hinterkopf hatte, dass sie „anders“ ist. Doch eigentlich erschien sie mir dann gar nicht so ...“ Reka/ Clara Fey Kinderheim

„Wir hatten so viel Spaß – und solche Kinder werden als „behindert“ abgestempelt; also ich weiß nicht.“ Reka/ Clara Fey Kinderheim

"Diesmal wagte ich es sogar mit einer Klientin zu reden - d.h. eigentlich redete nur ich, aber ich erfuhr vom Betreuer, dass sie alles versteht. Ich fragte sie, ob sie mich ihr Buch anschauen lässt. Daraufhin gab sie mir wirklich ihr Buch. Das hat mich irgendwie wirklich gefreut." Katrin/ Wohngemeinschaft für Behinderte

"Was mich gefreut hat: Dass wir (beim zweiten Mal) wieder erkannt wurden und die Klienten auf uns zugegangen sind, wie alte Freunde." Kathi/ Wohngemeinschaft für Behinderte

„Ich finde, es war eine sehr gute, bereichernde Erfahrung, dort ein Praktikum zu machen. Ich glaube dadurch wird man auch toleranter im Umgang mit Behinderten.“ Nicole/ Wohngemeinschaft für Behinderte

„Während ich den Rollstuhl geführt habe, stellte ich fest, dass es gar nicht so einfach ist, die Kontrolle über dieses Gefährt zu behalten. ... Im Kaufhaus haben wir einige Blicke auf uns gezogen und es ist interessant, die Reaktionen der Leute zu beobachten.“ Cherilyn/ Wohngemeinschaft für Behinderte

KRANKENHAUS

„Ich habe gedacht, dass Schwestern / Pfleger nur leichte Arbeit haben – jetzt weiß ich, wie viel sie in Wirklichkeit wissen und machen müssen.“ Eva/ Krankenhaus

„Anschließend war Zeit fürs Abendessen ... und ich half dabei, die Tabletts in die Zimmer der Patienten zu bringen. Ich war erstaunt, dass es so viele verschiedene Speisen gab.“ Cherilyn/ Krankenhaus

„Gleich zu Beginn gab mir Schwester Elisabeth meine Praktikumsbekleidung: eine hellblau – weiß längsgestreifte Bluse und eine weiße Hose ... Ich war recht amüsiert über mein Aussehen in dieser Bekleidung.“ Cherilyn/ Krankenhaus

„Ich hatte manchmal regelrechte Panik bevor wir in ein Zimmer eintraten, weil ich nicht genau wusste, was mich hinter der Tür erwarten würde.“ Florian/ Krankenhaus

„Mir hat die Atmosphäre auf der Station gefallen. Man hat bemerkt, dass es allen Beteiligten Freude macht, dort zu arbeiten.“ Nicole/ Krankenhaus

„Mir ist es schwer gefallen auf die Kranken zuzugehen und auch dann ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, wenn die Krankenschwester vorher erzählt hat, dass der Patient nicht mehr viel Zeit hat.“ Nicole/ Krankenhaus

EINRICHTUNGEN FÜR ALTE MENSCHEN

 „Und manchmal nahm Frau W. meine Hand, dann drückte ich sie leicht und strich ihr über die Schulter. Ich glaube, sie hat sich schon wohl gefühlt – ich hoffe es zumindest.“ Eva/ Pflegeheim

„Eines der größten Ereignisse an diesem Tag war wohl, als die so apathisch wirkende Frau eigenständig die Hände hob, um an dem Spiel teilzunehmen ... Es tat wirklich gut zu sehen, wie die Patientinnen immer mehr und mehr aufblühten.“ Chrissi/ Pflegeheim

„... die absolute Krönung des Nachmittag war Frau H. Als wir bei ihr vorbei gingen, fragte sie uns gleich sehr interessiert, wer wir denn seien. Wir erklärten ihr, dass wir aus der Kenyongasse kommen und ... da unterbrach sie mich und meinte freudestrahlend, dass sie dort vor 55 – 60 Jahren maturiert habe. Es war sehr amüsant mit ihr zu reden.“ Matthias/Tageszentrum

„ Sie erzählte mir viel über ihre bis jetzt gelebte Zeit ... und dass sie sich meist jemanden wünscht, der einfach ein bisschen mit ihr spazieren geht.“ Chrissi/ Tageszentrum

„Am Anfang wurde uns die Handhabung mit einem Rollstuhl erklärt ... Dann durften wir es einmal selber probieren. Es ist ein komisches Gefühl, auf den anderen angewiesen zu sein.“ Kathi/ Tageszentrum

 

Organisationsform: zweijährig (6. und 7.Kl.) / zweistündig (während des Praktikums drei- bis vierstündig - dadurch einige Wochen kein Unterricht - in Absprache mit den TeilnehmerInnen. Aus organisatorischen Gründen können maximal 12 SchülerInnen mitmachen

Lehrerin: Dr. Maria Gamillscheg