Zur ebenen Erde und erster Stock
dreamfighters - Die Theatergruppe der AHS Kenyongasse

 

Die "dreamfighters" (Leitung: Mag. Irmgard Kölbl) haben im Dezember 2008 in fünf Vorstellung Nestroy gespielt: "Zur ebenen Erde und erster Stock".
21 Schauspieler/innen und einige Spezialisten/innen hinter der Bühne haben zum Erfolg beigetragen.


Hier die Gedanken von Bianca Edlinger. Sie hat die Emilie gespielt.

Theaterspielen. Das ist nur ein Wort, aber wie beschreibst du all das, was hinter diesem einen Wort steht? Wie beschreibst du all den Aufruhr, all die Mühe, die du investierst, all die Probleme, vor denen du stehst, all die Gefühle, die du unweigerlich dabei hast? Wie beschreibst du, um was es dabei wirklich geht? Wie fasst man in Worte, wie man es schafft, eine Rolle zu seiner eigenen zu machen?

Dabei ist es in Wahrheit ganz einfach. Theaterspielen ist, so simpel sich das anhören mag, wie Kochen. Natürlich ist da jemand, der dir all die Zutaten gibt und sie dir vor die Nase hält. Und dann stehen da vor dir Tomaten und Kartoffeln, Champignons und Fisch, Gurken, Obers und Zwiebeln.

Also wie schwer kann es sein? Du weißt, du spielst eine junge, etwas konservative Frau, die in besseren Kreisen aufgewachsen ist. Du weißt, du bist ein bisschen naiv, doch stets positiv und energiegeladen.

Die Frage, die sich beim Theaterspielen stellt ist, egal welche Rolle du hast oder wie wichtig du für die Handlung des Stücks bist, letztendlich: „Wie schaffe ich es, nicht einfach die Tomate auf den Teller zu legen, schön platziert neben den Champignons, sondern ein Gericht zu servieren?“

Wie schafft man es, in einer Szene nicht einfach als junge, etwas konservative Frau auf die Bühne zu gehen, und in der nächsten als positive und energiegeladene? Wie schafft man es, sich als Gesamtpersönlichkeit zu präsentieren, nicht nur als Typus?

Das Schwierigste am Theaterspielen ist vermutlich, dass du nie wissen kannst, was am Schluss dabei herauskommt. Natürlich hast du deine Tomaten und deine Champignons, den Fisch und die Gurken. Aber wie mischt du deine Zutaten, in welchem Verhältnis und wie würzt du sie? Du hast nicht einmal ein Rezept, musst improvisieren und hin und wieder abschmecken. Dabei darfst du nie vergessen, dass du in einer großen Küche stehst, in der auch alle anderen Beteiligten ihr eigenes Gericht kochen. Und am Ende wollt ihr den Gästen ein gut komponiertes Menü servieren. Es muss nicht perfekt sein. Aber professionell muss es sein. Und stimmig.

Ich habe, wie alle anderen der Theatergruppe, vier Monate lang mein Gericht gekocht - meine Rolle gestaltet - und stets darauf geachtet, dass es zu all den anderen Gerichten passt. Ich war Teil einer großen Küche und schlussendlich servierte jeder einzelne von uns eine Speise, die es so noch nie gegeben hat. Ich sage nicht, dass unser Menü perfekt war. Aber es war professionell. Und stimmig.

Mahlzeit!

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