Ein Ausflug ins antike Ephesus







 

Am Freitag, dem 30.1. 2009 hatten wir, die Schüler der Lang-Lateinergruppe der 8a/b unter der Leitung von Frau Prof. Loidolt die einmalige Gelegenheit, einen kleinen Blick in die Vergangenheit der Stadt Ephesus zu werfen.

Aus diesem Grund trafen wir uns um 9 Uhr am Heldenplatz. Am letzten Schultag vor den Semesterferien waren wir alle eigentlich nicht sehr motiviert. Doch als uns unsere ehemalige Lateinlehrerin vor der Hofburg mit einem „Salvete discipuli“ überraschte, war die schlechte Stimmung sofort verflogen. Angesteckt von der positiven Stimmung von Frau Prof. Soustal und von Frau Prof. Loidolt antworteten wir mit einem kräftigen „Salvete magistrae“ und begannen sofort die lateinischen Inschriften über dem Eingang der Hofburg zu übersetzen.

Gemeinsam machten wir uns dann auf ins antike Ephesus (Ephesus Museum in der Hofburg).


Ephesus - Tempel der Antiken Welt

Ephesus war eine ursprünglich griechische und ab 133 v. Chr. römische Stadt in der heutigen Türkei. Bis zum Jahre 1907 wurden die archäologischen Ausgrabungen von der K.u.K Monarchie Österreich geleitet. Dies ist auch der Grund dafür, dass das Ephesusmuseum in Wien ist.

In den 70er Jahren wurden die Fundstücke aus Ephesus aus dem Theseustempel im Volksgarten in die Hofburg übersiedelt.

Die Ruinen wurden Mitte des 19. Jhdt. von britischen Archäologen entdeckt.

Vor allem wegen dem Artemistempel, welcher zu den 7 Weltwundern der Antike zählte, war Ephesus eine Sensation.

Dieser Tempel verhalf Ephesus zu Ruhm und Reichtum.

Damals kamen Leute aus der ganzen antiken Welt nach Ephesus, um den gigantischen Tempel zu sehen und um Artemis, der Göttin der Jagd, zu opfern. Es entstand ein regelrechter Kult um Artemis, welche im Lateinischen Diana genannt wurde.

Die Ausmaße des Tempels waren mit einer Höhe von 30 m, einer Länge von 120 m und einer Breite von 60 m beeindruckend. Der gigantische Tempel war eine Reise wert, obwohl das Innerste des Tempels den Pilgern verwehrt war. Das Allerheiligste war einzig und allein den Priestern der Artemis vorbehalten, denn im Innern befand sich eine Statue der Artemis, die vermutlich zuerst aus Zedernholz bestand und später durch Stein ersetzt wurde. Rätselhaft sind mehrere Erhebungen auf der Statue, welche entweder als Brüste oder als Stierhoden interpretiert werden können oder welche als Opfergabe an die Holzstatue genagelt wurden. Fest steht jedoch, dass es sich bei beiden Varianten um Fruchtbarkeitssymbole gehandelt hat.

Weiters galt der Tempelbezirk für Amazonen als sichere Zone, in der sie nicht weiter verfolgt werden durften.

Durch die massenhaften Pilger bot sich für die Gold- und Silberschmiede ein glänzender Markt, um ihre Waren zu verkaufen. Dies führte später zu einem Konflikt zwischen den Schmieden und dem Apostel Paulus, da dieser versuchte, Ephesus zum Christentum zu bekehren, die Schmiede wiederum fühlten sich um ihr Einkommen betrogen.

Mit 300.000 Einwohnern war Ephesus eine antike Metropole. Rom hatte im Vergleich 1,000.000 Einwohner. Die große Bevölkerungszahl kann man aus der Größe des Amphitheaters berechnen, welches mit Reliefs, auf welchen Amoretten dargestellt sind, geschmückt war. Dieses Theater hatte für 30.000 Zuschauer Platz. Aber Ephesus hatte auch politisch eine wichtige Rolle. Es diente als Hauptquartier für den Feldzug gegen die Parther. Das berühmte Partherrelief, das wir im Museum betrachtet haben, ist Zeugnis dafür.

Der Ausflug ins Ephesusmuseum war ein sehr interessantes und spannendes Ereignis. Die Zeit war wie im Flug vergangen und wir haben dabei auch viel gelernt.

Johann Müllner (8a)