Auf den Spuren der Römerzeit
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Am 2. April 2009 machten sich die Lateiner der 8. Klassen zusammen mit Frau Prof. Loidolt und Herrn Prof. Schweiger auf den Weg nach Enns um die römische Vergangenheit Österreichs aufleben zu lassen. Mit dem Zug erreichten wir nach einem Umstieg in Linz den kleinen, aber höchst romantischen Bahnhof des friedlichen Städtchens Enns. Ein kurzer Marsch durch die verwinkelten, idyllischen Gässchen ermöglichte uns, einen Eindruck vom ruhigen und stressfreien Leben außerhalb einer Großstadt zu gewinnen. Auf dem Weg zum Museum „Lauriacum“ atmeten wir die frische, blumig duftende Luft in vollen Zügen genussvoll ein, um Kraft zu tanken für die bevorstehende Aufnahme von Informationen über die römische Geschichte von der Gegend um Enns. Unser extra angereister, vom Thema sehr begeisterter Führer erklärte uns viel Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte der späteren römischen Siedlung Lauriacum. Angefangen hatte alles mit der Gründung eines römischen Legionslagers um 200 an dem strategisch günstig gelegenen Ort nahe dem Flussübergang. Bald entstand westlich des Lagers eine Zivilsiedlung, in der sich Angehörige der Soldaten, sowie Händler und Kaufleute niederließen. Der Ort gewann immer mehr an Bedeutung und erhielt bereits 212 das Stadtrecht durch Kaiser Caracalla. Damals lebten 30.000 Menschen in Lauriacum. Wir bekamen eine Vielzahl an Ausgrabungsstücken, wie zum Beispiel alte Grabsteine, Gräber, Alltagsgegenstände oder Schmuck zu sehen. Zum Schluss zeigte uns unser Führer ein noch sehr gut erhaltenes Deckenfresko in einem originalgetreu gestalteten Raum. Nach Beendigung unseres Rundganges durch das Museum besuchten wir die um 370 auf den Resten eines Tempels erbaute, frühchristliche Basilika St. Laurentius. Dort besichtigten wir die durch Ausgrabungen freigelegten, aus der Römerzeit stammenden und heute unter der Basilika liegenden Grundmauern antiker Gebäude. Auf einem eisernen Kirchentor ist die Leidensgeschichte des ersten historisch erwähnten Märtyrers Österreichs dargestellt: Der heilige Florian hatte sich geweigert, den römischen Göttern Opfer darzubringen und war deshalb nach St. Pölten (damals Aelium Cetium) verbannt worden. Um einer Gruppe angeklagter Christen zu Hilfe zu eilen, kehrte er dennoch nach Lorch zurück, wurde selbst verhaftet und vom Statthalter Aquilinus zum Tode verurteilt. Mit einem Mühlstein um den Hals wurde er in der Enns ertränkt und auf einem Felsen angespült. Um ihn vor der Schändung durch die Heiden zu beschützen, wachte der Sage nach ein Adler über ihn bis er schließlich von der frommen Frau Valerie bestattet wurde. Sie transportierte ihn in einem Ochsenkarren bis die Zugtiere vor Müdigkeit stehen blieben. An dieser Stelle begrub sie den Leichnam Florians und später wurde hier das gleichnamige Stift St. Florian erbaut.
Dieser sonnige Tag und somit auch der letzter Ausflug in unserer Schulzeit neigten sich dem Ende zu und somit begaben wir uns voll neuer Eindrücke und geschichtlichem Wissen auf den Heimweg. Am frühen Abend erreichten wir schließlich wieder das großstädtische Gebiet um das römische Vindobona. Wir sind sehr froh, dass wir diese Exkursion noch machen konnten und unser Lateinunterricht dadurch einen gelungenen Abschluss fand.
Raphaela Haberler und Stephanie Huber (8a)
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