Bildungszentrum Kenyongasse
Schwestern vom göttlichen Erlöser

04.03.2017

EU-Projekt

Ich sitze ziemlich unbequem auf einem -für mich viel zu kleinen-Sessel in einem Kindergarten in Finnland und lausche gespannt der Pädagogin, obwohl ich eigentlich nichts verstehe.

Suomentunti, so heißt die Aktivität die sie gerade haben, der wöchentliche Unterricht in Finnisch, den die Kinder als Ausgleich zum -sonst ausschließlich- Englischen Kindergarten haben. „Die Kinder sagen mir gerade, warum sie ihre Freunde und Familie gern haben!“, teilt die Pädagogin mir mit ihrer lauten und kraftvollen Stimme auf Englisch mit. Morgen ist Valentinstag, ein großer Tag in Finnland, der auch gebührend gefeiert wird. Die ganze letzte Woche haben wir Dekorationen gestaltet, gesungen und darüber geredet, warum man anderen Menschen etwas Gutes tut. Am großen Tag gab es letztendlich ein Fest, alle Kinder und das Team haben sich in einem Raum versammelt, einen riesigen Morgenkreis veranstaltet und die Kinder haben sich gegenseitig selbstgeschriebene Valentinskarten geschenkt. Sogar ich habe etwas bekommen, ein Herz mit allen Namen der Kinder meiner Gruppe darauf. Es war unendlich süß.

Direkt nach der Stunde gingen wir zurück in den Gruppenraum, wo die zweite Hälfte der Kindergruppe schon in einer Reihe angestellt wartete um endlich in den Nebenraum geschickt zu werden. Als ich den Gruppenraum betrete sehe ich ein gewohntes Bild: Flopsy der Hase, wie er wiedermal an dem -viel zu farbenfrohen- Wandschmuck knabbert. Ich nehme den Hasen und setze ihn aus dem Gruppenraum hinaus, er kann im Moment sowieso nicht dableiben, er lenkt die Kinder zu sehr ab. Die Gruppen in Finnland sind mit Österreich nicht zu vergleichen: ein Hase, eine Schlange, zwei Ratten und ein Hamster sind Teil des Kindergartens und werden regelmäßig von Kindern gefüttert und gestreichelt (ja, sogar die Schlange).

Nach dem Kindergarten haben wir uns oft mit unseren Klassenkollegen getroffen, um die Stadt anzuschauen, in einem gemütlichen Café zu sitzen, am Meer zu grillen oder in viel zu teure Restaurants zu gehen. Das Essen Gehen konnten wir uns selten leisten, da ein Hauptgericht dort mindestens 20€ kostet. Museen und Sehenswürdigkeiten zu betrachten ist dafür umso billiger, die meisten Museen sind für Jugendliche gratis und für die Fähre nach Suomelinna - der Festungsinsel 5 Minuten von Helsinki entfernt - zahlt man nur 5€ für alte, wunderschöne Festungsanlagen.


Die 3 Wochen Finnland haben sich meiner Meinung nach unglaublich ausgezahlt, wir haben das Kindergarten-System kennengelernt, viele Erfahrungen und neue Eindrücke gesammelt und nebenbei noch die Stadt näher erkundet.

 

Timon T. 4A