Bildungszentrum Kenyongasse
Schwestern vom göttlichen Erlöser

Lernen durch Bewegung und Wahrnehmung

Im Kleinkind- und Vorschulalter machen Kinder ihre Erfahrungen hauptsächlich durch Wahrnehmung
und Bewegung - sie lernen mit den „Sieben Sinnen“.
In der Großstadt haben Kinder nicht immer ausreichend Platz, ihrem Bewegungsbedürfnis nachzugehen.

Aber Bewegung macht den Kindern Spaß.

Beobachtet man ein Kind beim Schaukeln, sieht man, dass ihm nach einiger Zeit das Hin- und Herpendeln
nicht genügt und es versucht, durch Verlagerung des Oberkörpers und Beineinsatz selbst Schwung zu holen.

Durch weitere Experimente wie Verändern der Griffhöhe, Steigen auf das Schaukelbrett
und Verändern des Schwunges wird das motorische Können und Bewegungsfertigkeit geübt
und der Spaß am Sich-Bewegen vertieft.

Es setzt seinen Körper gegen die Schwerkraft ein und sammelt dabei Erfahrungen über
physikalische Phänomene wie Geschwindigkeit oder Beschleunigung.

Das Kind nimmt durch Bewegung die Umwelt und seinen Körper wahr.
Es lernt charakteristische Merkmale der Umwelt zu erkennen, Körperstellungen zu verändern,
sich im Raum zu bewegen, Gegenstände zu ergreifen, festzuhalten und nach eigenem Willen
mit ihnen umzugehen, sowie seine Andersartigkeit gegenüber seiner Umgebung.

Diese Fertigkeiten stellen die Grundlage zur Fähigkeit dar, sich den Anforderungen der Umwelt anzupassen
und mit Lernprozessen auseinanderzusetzen.

Im Kleinkind- und Vorschulalter machen Kinder ihre Erfahrungen hauptsächlich durch Wahrnehmung
und Bewegung - sie lernen mit den „Sieben Sinnen“

  • Sehsinn – Gegenstände sehen, aus einem Bild ein Detail finden...

  • Hörsinn – Geräusche zuordnen, Laute unterscheiden, seinen Namen heraushören…

  • Geschmackssinn – Geschmacksrichtungen wie süß, sauer, salzig, bitter unterscheiden…

  • Geruchssinn – typische Gerüche zuordnen, gefährliche Düfte erkennen…

  • Tastsinn – verschiedene Materialbeschaffenheiten unterscheiden: weich, hart, warm, kalt, rauh, glatt…

  • Gleichgewichtssinn – in Bewegung sein und Gleichgewicht halten

  • Tiefensensibilität/Bewegungsempfindung – Informationen von Muskeln und Sehnen z.B. über die
              Bodenbeschaffenheit eines Weges der steil ansteigt.


Motorik und Emotionalität

Die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Motorik und dem Gefühlsleben konnten Sie vielleicht
schon an sich selbst oder anderen Menschen beobachten.

Körperhaltung, Gang, Gesichtsausdruck sind oft auch von der Gefühlslage des betreffenden Menschen abhängig.

Bei Kindern wird diese wechselseitige Beeinflussung noch deutlicher sichtbar.

Freut sich ein Kind über ein Ereignis, dann kann es vor Freude hüpfen, lachen, hin und her rennen.

Doch umgekehrt üben motorische Vorgänge einen Einfluss auf das Gefühlsleben aus.
Beispielsweise können Kinder, die in ihren Bewegungsaktivitäten durch Aussagen wie „Lass das sein“! - oder
„Das kannst du doch nicht“!- eingeschränkt werden, nur schwer Freude am motorischen Tun entwickeln.

Vielleicht kennen Sie das gute Gefühl, dass sich nach einem Lauf durch den Wald oder eine andere Bewegung
im Körper verbreitet.

Die Lernerfahrungen durch Wahrnehmung und Bewegung sind die Grundlage der weiteren
Persönlichkeitsentwicklung und ein wichtiges Element der Schulvorbereitung.

Evi Schönberger