Bildungszentrum Kenyongasse
Schwestern vom göttlichen Erlöser

23.06.2016

ੴ (Ik Ong Kar) – „Gott ist Eins“

Am Freitagnachmittag des 10.06.2016 war die Gruppe des katholischen Religionsunterrichts des K-2 zu Gast im Gurdwara in der Langobardenstraße. Dort durften wir erleben, dass gemeinsames Essen in seiner religiösen Dimension für die Gemeinschaft der Sikhs nicht etwa exklusiven Charakter hat, sondern für alle offen und gastfreundlich gelebt wird! (Und noch dazu sehr lecker schmeckt, wenn man die indische Küche mag…)

Im Zusammentreffen mit Hr. Gursharan Mangad Singh, dem Sprecher der Gemeinschaft der Sikhs in Österreich, tauchten wir tief in die Entstehungsgeschichte der Religion sowie in die gelebte Spiritualität ein. Kompetente Auskunft, wie diese Religion im Alltag der Familie gelebt wird, konnten uns auch 3 Jugendliche Sikh-Vertreterinnen vor Ort geben.

 Die Tauglichkeit der mitgebrachten Ausmalbilder wurde von Annamaria und Sophia überprüft.

Wir besuchten den Gebetsraum, in dem täglich aus der Heiligen Schrift der Sikhs, dem Guru Gran Sahib, rezitiert wird. Unter der Woche und insbesondere am Sonntag finden dort regelmäßig Zusammenkünfte der Gemeinde statt. Der Gurdwara ist sowohl Ort des Gebets, der Meditation als auch Begegnunsstätte der Sikhs untereinander und offen für fremde Besucher.

Der Sikhismus hat seinen Ursprung im späten 15. Jh. Als Gründer wird Guru Nanak verehrt. Im Sikhismus flossen Elemente aus den Hindutraditionen und dem Islam zu einer neuen Weltreligion zusammen. Nach 10 „lebenden Gurus“, die diese Religion prägten, verfügte Guru Gobind Singh im Jahre 1708, dass fortan die Heilige Schrift, also das abgefasste Buch, als Guru gelten solle. Daher rührt die besondere Behandlung, die der Guru Gran Sahib im Tempel erfährt.

Derzeit leben ca. 10.000 Sikhs in Österreich. Viele von ihnen leben den Auftrag zum Dienst am Nächsten konkret. Unter anderem wirkten und wirken viele Sikhs im Rahmen von Essensausgaben an Flüchtlinge mit. In den Wiener Gurdwaras werden neben Essen auch kurzfristig Wohnmöglichkeiten für Bedürftige zur Verfügung gestellt.

Übrigens: Nur zwei Tage später, am Sonntag, 12.06.2016 tat es uns der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn gleich und besuchte einen Sikh-Tempel im 12. Bezirk…

 

(Spitz-Handrich Yvonne)